Wer wir sind

Helferinnen in der Schweiz

«Wir bemühen uns, durch unsere Präsenz und durch Tätigkeiten auf medizinisch-sozialem oder erzieherischem Gebiet auf die Nöte jener einzugehen, die körperlich leiden oder in ihrer Menschenwürde verletzt sind. Dieser Dienst ist von der Verkündigung des Evangeliums nicht zu trennen.»

Konstitutionen Nr. 13

Begleiten

Unser Engagement ist so vielfältig, dass es kaum vollständig zu beschreiben ist. Es richtet sich nach den Herausforderungen der jeweiligen Zeit und des jeweiligen Ortes.

Immer aber geht es darum, an die Ränder zu gehen, Menschlichkeit zu fördern, Wachstum zu ermöglichen, Leid zu teilen, das Evangelium zu verkünden, Sinn zu stiften, durchzuhalten und die Hoffnung wachzuhalten, sich um andere zu kümmern, Beziehungen zu knüpfen, Netzwerke zu bilden – und die Würde derer zu stärken, die vergessen oder übersehen werden.

Ein Wort taucht dabei immer wieder auf: begleiten. Menschen auf ihrem Lebensweg zu begleiten – das ist unser Kernauftrag. Wir wollen anderen helfen, dass sie ihren eigenen Weg finden, ihre Lebenskräfte entdecken und entfalten – oder, in christlicher Sprache: dass sie ihre Berufung erkennen und leben.

Was uns bewegt

«Es sind Ohnmacht und Hilflosigkeit, die mich in meiner täglichen Arbeit in der Begleitung von Migrantinnen und Migranten mitleiden lassen. Als Psychiaterin kann ich den oft traumatisierten Männern und Frauen zwar Unterstützung und Halt bieten; um mich mit ihnen auf eine wirkliche Perspektive auszurichten, ist mein Beitrag ein Tropfen auf den heissen Stein. Ich leide mit. Dem Unvermögen stellt sich zum Glück die Hoffnung zur Seite. Das lässt mich weitermachen, jeden Tag aufs Neue.»

Marie-Theres, Schweiz

«Wenn man es genau betrachtet, ist die ökologische Krise ziemlich hoffnungslos. Wir wissen, dass sich die klimatische Situation in den kommenden Jahren noch verschärfen wird. Es scheint mir aber, dass unser Charisma dazu beitragen kann, eine grosse Hoffnung auszudrücken. Es hat uns gelehrt, dass Erlösung nur „durch schmerzhafte Phasen“ geschieht. Die christliche Hoffnung ruft uns auf, das Leben von Gott zu empfangen. Persönlich muss ich immer wieder um Optimismus ringen. Ich bin eingeladen, meine Hoffnung nicht mehr auf die zerbrechlichen Fortschritte unserer Gesellschaft zu stützen, sondern mich auf den „nackten“ Glauben zu verlassen.»

Hélène, Frankreich

«Meine Sendung heute ist hauptsächlich bei Familien in Trauer. Ich besuche sie, höre ihnen zu und gemeinsam bereiten wir die Begräbnisfeier vor, die ich dann begleite. Das ist eine Art von besonderer Beziehung, weil diese Leute, die ihre Geschichten erzählen, in einer sehr verwundbaren Lage sind; das verlangt von ihnen ein grosses Vertrauen. Was mich betrifft, danke ich Gott für unser Charisma und ich verstehe besser den Sinn der Gemeinschaft der Heiligen, auf die Maria von der Vorsehung so viel Wert legte.»

Elizabeth, Grossbritannien

Lebensform

In Gemeinschaft leben

Wir verstehen uns als Teil einer grossen internationalen Gemeinschaft – und leben im Alltag meist in kleinen Gruppen oder auch allein. Manchmal bringt uns unsere Aufgabe oder andere Gegebenheiten dazu, an unterschiedlichen Orten zu leben. Doch auch wo wir nicht gemeinsam unter einem Dach leben können, bleiben wir verbunden – durch andere Formen des Miteinanders, des Austauschs und der Zugehörigkeit.
Natürlich ist das Leben in Gemeinschaft nicht immer einfach. Wir stammen aus unterschiedlichen Kulturen, Generationen und Kontexten – und haben uns gegenseitig nicht selbst ausgesucht. Das bringt Reibung und manchmal auch Konflikte mit sich. Aber genau darin liegt auch eine Chance: Wir wachsen aneinander – getragen von Freundschaft, Respekt und echter Zuneigung.

«Wir verpflichten uns zu einem Leben in Gemeinschaft und, durch öffentliche Gelübde, zu Keuschheit, Armut und Gehorsam.»

Konstitutionen Nr. 13

Wenn wir die Gelübde der Armut, Keuschheit und des Gehorsams ablegen, entscheiden wir uns bewusst, unser Leben mit anderen zusammen in der Nachfolge Jesu Christi zu gestalten. Diese Gelübde zeigen, dass unsere Hingabe an Gott nicht abstrakt bleibt, sondern ganz konkret unseren Alltag betrifft – etwa wie wir mit Besitz umgehen, Beziehungen gestalten oder Autorität leben. Sie prägen also unsere Art zu leben, zu lieben und zu entscheiden.

Lebensstil

Unser Lebensstil ist Ausdruck unseres Ordenslebens und ein Versuch, mitten in der Welt ein Stück Evangelium sichtbar werden zu lassen.

In vielerlei Hinsicht unterscheidet sich unser Leben kaum vom Alltag anderer Menschen: Unsere Wohnungen, unsere Kleidung, unser Arbeitsrhythmus sind unspektakulär. Manche leben einfacher als wir, andere wohlhabender. Wir versuchen, bewusst mit Ressourcen umzugehen, nachhaltig zu leben und auf die Bedürfnisse der Erde zu achten.

Auch wir nutzen digitale Medien, interessieren uns für Politik, Kultur, Sport – eben für das, was das gesellschaftliche Leben ausmacht.

Gerade diese „Normalität“ verstehen wir als ein Glaubenszeugnis. Denn Jesus hat sich uns Menschen in allem gleich gemacht. Unser Ordensleben grenzt uns nicht ab – unser einfacher Lebensstil ist Ausdruck unseres Wunsches, nah bei den Menschen zu sein.

Gemeinschaft in Biel: Cécile, Rita, Marie-Theres
Leben im Wesemlinquartier Luzern
Alleinlebende Schwestern: Walburga, Pia, Gabriela, Ernesta
Brünighof Luzern: Rosa und Madeleine, unsere langjährige Koordinatorin, die im April 2026 pensioniert wurde.
Die Berufung zur Helferin hat – wie jede Ordensberufung – ihren Ursprung und ihre Grundlage in einer tiefen Erfahrung der Begegnung mit der unendlichen Liebe Gottes.