Helferinnen Ursprung

Gott und Menschen zugewandt – über den Tod hinaus

Gründerin Eugènie Smet

Gründerin der Gemeinschaft – Eugénie Smet

Eugénie Smet wurde am 25. März 1825 in Lille, im Norden Frankreichs, geboren. Sie wuchs in einer bürgerlichen katholischen Familie auf. Früh spürte Eugénie die Liebe Gottes in ihrem Leben. Sie erlebte sie in kleinen, konkreten Zeichen – in liebevoller Zuwendung und in der tiefen Gewissheit, dass Gott für sie sorgte. Diese Erfahrung prägte ihr Gottesbild als Vorsehung, die alles trägt.

Ihr Glaube war mutig. Sie traute Gott alles zu – und erwartete alles von ihm: „von der Stecknadel bis zum Himmel“. Im Gegenzug wollte sie ihm ihr ganzes Leben schenken. Ihr Wunsch war es, selbst zu einer Art „Vorsehung der Vorsehung“ zu werden.

Ermutigt durch den Pfarrer von Ars brach sie 1856 nach Paris auf und gründete dort die „Kongregation der Helferinnen der Seelen im Fegefeuer“. Als Generaloberin – unter dem Namen Maria von der Vorsehung – lebte sie mit den Schwestern in Einfachheit, Hingabe und innerer Freude. Sie legte ihnen ans Herz, „für die Seelen im Fegefeuer zu beten, zu leiden und zu handeln“, damit diese das Ziel ihrer Schöpfung erreichen: die Begegnung mit Gott. Zwar sind diese Worte stark von ihrer Zeit geprägt, doch das, wofür sie stehen, ist zeitlos. Für Maria von der Vorsehung waren die Seelen im Fegefeuer vor allem eines: die Vergessenen, die Verlorenen – jene, die auf Licht und Liebe warteten.

Während viele Prediger damals das Fegefeuer als Ort der Strafe und Sühne sahen, sprach sie vom Fegefeuer als einem Ort der verwandelnden Liebe. Für sie war klar: Gottes Liebe kennt keine Grenzen – auch nicht dort, wo Menschen scheinbar „verloren“ sind.

Ignatianische Spiritualität

Eugénie Smet war seit ihrer Schulzeit bei den Sacré-Cœur-Schwestern in der ignatianischen Spiritualität beheimatet. Diese geht auf Ignatius von Loyola (✝1556) zurück. Zusammen mit Anderen Gottes Spuren im Alltag suchen und finden, ist ein Kernmotto dieser Spiritualität.

Ignatius wollte in allem Tun innerlich mit Gott verbunden und auf ihn ausgerichtet sein. Er ist überzeugt, dass Gott in jedem Menschen wirkt. Die von ihm stammenden geistlichen Übungen, die Exerzitien, helfen, die eigene Gottesbeziehung zu vertiefen und den je eigenen Platz im Hier und Jetzt zu finden.

Ignatius von Loyola

Helferinnen in der Schweiz

Im November 1902 ziehen erste Schwestern aus Frankreich, getarnt als Madame X und Madame Y, in die Villa Bruchmatt in Luzern ein. In Frankreich ist der Laizismusstreit in vollem Gange, in der Schweiz herrscht ein Klostergründungsverbot.

Die Schwestern beginnen sich schon schnell in der Hauskrankenpflege, in geistlichen Begleitungen und mit Gruppentreffen für italienisch- und französischsprechende Frauen zu engagieren. Nach dem zweiten Weltkrieg wird das Kurs- und Exerzitienangebot dank baulicher Anpassungen kontinuierlich ausgeweitet. Das Bildungshaus ist insbesondere in den Jahren nach dem 2. Vatikanischen Konzil sehr beliebt und viel besucht. Neue Formen von Kirche und Liturgie werden ausprobiert, die Schwesterngemeinschaft und das Haus werden für viele Menschen zur geistlichen Heimat.

2016 verkauften die Schwestern das Haus Bruchmatt an die ElisabethenPark AG Luzern und verliessen es vor Weihnachten 2018 endgültig.

Das Zentrum der Helferinnen Schweiz ist seither im Brünighof in Luzern angesiedelt. Einzelne Schwestern fanden andernorts in einer kleinen Wohnung ein Daheim. Wir leben und wirken in den Städten Bern, Biel, Solothurn und Luzern.

Unser Engagement zeigt sich in vielen kleinen Begegnungen im Alltag, so zum Beispiel mit den Nachbarn, beim Besuchsdienst, in der Begleitung von Menschen am Lebensende oder in der psychotherapeutischen Arbeit mit Migranten.

Villa Bruchmatt ca. 1945

Villa Bruchmatt ca. 1945

Haus Bruchmatt 2016

Haus Bruchmatt, 2016

Mutterhaus Paris La Barouillère

Mutterhaus in Paris, La Barouillère

Rosa Infanger
«Seit ein paar Jahren darf ich Menschen in der letzten Phase ihres Lebens begleiten. Jeder Mensch erlebt diesen Weg ganz persönlich. Das Bedürfnis nach Nähe oder Distanz ist sehr unterschiedlich. Ich versuche ganz da zu sein, aufmerksam und offen. Es kann Stille, ein Wort oder eine leise Berührung sein, die gefragt sind. Mein Anliegen ist, dass Raum für Empathie und Vertrauen entstehen kann.
Es sind ‚heilige‘ Momente, im Glauben begleitet von der allumfassenden, befreienden Liebe Gottes.»

Rosa, Luzern